Ulrich Oechsle, Prof. Dr. Dieter Lotz

Nürnberger Institut für
Existenzanalyse und Logotherapie

Logopädagogik

Baumstumpf aus dem ein neuer Sproß wächst

Kurzbeschreibung Logopädagogik

Logopädagogik impliziert das Gedankengut Viktor E. Frankls, insbesondere seine Anthropologie. Bevor es jedoch in einem menschlichen Lebenslauf zu einer Existenzanalyse und zu einer Logotherapie kommen kann, ist der Mensch auf Erziehung und Bildung angewiesen. Bereits in der frühkindlichen Phase und auch später im Laufe der kindlichen Entwicklung haben Einflüsse durch Personen sowie Erfahrungen durch Erlebnisse eine Sinn und Werte bildende Bedeutung. In den ersten Lebensjahren bildet sich ein individueller Erfahrungs- und Wertepool, aus dem heraus später Rückschlüsse auf gegenwärtige Gefühls- und Verhaltensweisen und Einstellungen gezogen werden. Nach Sören Kierkegaard wird das Leben rückwärts verstanden und vorwärts gelebt.

Das Kind ist in seiner Entwicklung sehr aktiv, in dem sein Geist alles absorbiert (Montessori), was es vorfindet. Die Einflüsse seiner ersten Bindungspersonen, sowie das vorgefundene Umfeld prägen das Kind nachhaltig, ja lebenslänglich. Alles Vorgefundene zählt zu jenen faktischen Bedingungen (Frankl), zu denen der sich entwickelnde Mensch fortwährend Stellung bezieht, sei es durch Verinnerlichung (Annahme), Modifikation oder Ablehnung.

Logopädagogik geht von der Überzeugung aus, dass die kindlichen Erfahrungen nicht nur zufällig oder beliebig erfolgen sollen, sondern jeweiligen Intentionen unterliegen. Diese zu reflektieren und als Wertebildung wirksam werden zu lassen, ist Aufgabe der Logopädagogik. Zur Orientierung gelten für sie die von Frankl aufgestellten drei Wertekategorien: Erlebniswerte, Schöpferische Werte und Einstellungswerte.

Logopädagogik verfolgt keine indoktrinären, weltanschaulich oder konfessionell spezifischen Ziele, sondern regt bei Eltern und Pädagogen aller Ausrichtungen Diskurse über Sinn- und Wertbildungen an. Entsprechend der Franklschen Anthropologie entscheiden sich Menschen frei und verantwortlich. Unter dieser Prämisse erfolgen (logo-) pädagogische Diskurse zur Sinn- und Wertebildung.

Prof. Dr. Dieter Lotz

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